Moewe Ambulanter Hospizdienst Elsenztal e.V.  
 

Einsegnungsfeier der Hospizhefer (21.07.2018)

Am letzten Samstag fand 11.00Uhr in der Klosterkirche Lobenfeld die feierliche Einsegnung der eigens ausgebildeten Hospizhelfer des Ambulanten Hospizdienstes Elsenztal e.V. statt. Anwesend waren zum Teil langjährige Vereinsmitglieder und Gäste, Walter Berroth und Bettina Rott (Vorstandsmitglieder), sowie die Hospizfachkraft Bärbel Reuter und die angehende Hospizfachkraft Romina Beck.

Eingesegnet wurden von Pfarrer Johannes Beisel aus Gauangelloch in der Klosterkirche Lobenfeld (v.l.n.r.) Gaby Burger, Maria Sieling, Dora Haarmann, Jutta Hinrichs, Giselheid Otto, Angelique Puschmann und Thomas Perschke

 

Einer spontanen Idee folgend bat Pfarrer Johannes Beisel im Anschluss an die Einsegnug der 7 ehrenamtlichen Hospizhelfer alle Anwesenden in den Kreis, um zu versinnbildlichen, dass wir uns alle gegenseitig den Rücken stärken sollen und können, was für unsere Arbeit im Hospizdienst unabdingbar ist.

Als Andenken bekamen die sieben Hauptpersonen des Tages von der Künstlerin Elisabeth Polhammer gestaltete Keramikengel aus ihrer Keramikwerkstatt "Raku Keramik Art" in Epfenbach und ein Buch über die vier Elemente von Pfarrer Johannes Beisel.

Musikalisch umrahmt wurde die einstündige Feier von Birgit Beisel (Flöte) und Helga Kränzler (Klavier), vielen Dank an dieser Stelle.

 

Im Anschluss ließen die Teilnehmer an einer langen, mit Sonnenblumen geschmückten, Tafel bei Kaffee, Kuchen, Wein und Quince Lorriane die Feier gemütlich ausklingen. Bei entspannter Atmosphäre bot sich für alle die Gelegenheit neue Kontakte zu knüpfen, aber auch bestehende Verbindungen zu vertiefen.

 

Spätsommerfest beim Verein

 

Bei blendendem Spätsommerwetter trafen sich die Mitglieder des Ambulanten Hospizdienstes Elsenztal im katholischen Gemeindezentrum in Wiesenbach, um in ungezwungener Atmosphäre sich auszutauschen, die Gemeinschaft zu pflegen und die mitgebrachten Speisen und Getränke zu geniesen. Dieser seit mittlerweile zehn Jahren bestehende Verein betreut mit seinen größtenteil selbst ausgebildeteten ehrenamtlichen Helfern Sterebende und Trauernde in den Elsenztalgemeinden Neckargemünd, Gaiberg, Wiesenbach, Bammental, Mauer, Spechbach, Meckesheim, Mönchzell, Eschelbronn und selbstverständlich in Lobbach.

In seinem gereimten Begrüßungsworten ging der 1.Vorstand Walter Berroth u.a. darauf ein, dass die verschiedenen Wurzeln und die unterschiedlichen persönlichen Ausrichtungen der einzelnen Mitglieder und Helfer das Besondere dieses Vereins ausmachen. Diese Vielfalt ermöglicht es den angestellten Hospizfachkräften für jeden Betreuungsfall eine jeweils geeignete Helfende zu finden. Um die Gemeinschaft dieser unterschiedlichen Personen zu pflegen bedarf es Toleranz und Emphatie, unterstützt durch professionelle Supervision und der Möglichkeit zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch.

Die 2.Vorständin Bettina Rott dankte allen, welche zu dieser guten Veranstaltung beigetragen haben, insbesondere den Hospizfachkräften Bärbel Reuter und Romina Beck, aber auch der Familie Puschmann, welche im katholischen Gemeindezentrum die Hauptarbeit der Organisation übernommen hatten.

 

Fortbildung Aromatherapie (06.04.2019)

 

Am vergangenen Samstag lud der Verein seine ehrenamtlichen HospizhelferInnen zu einer Fortbildungsveranstaltung in die Geschäftsstelle Mönchzell ein. Elisabeth Knecht, Ehefrau des Bürgermeisters, Koordinatorin des Palliative-Care-Teams SAPHIR und Aromaexpertin konnte als Referntin zum Thema "Aromatherapie" gewonnen werden. Sie stellte den interessierten TeilnehmerInnen zahlreiche ätherische Öle und ihre Wirkungen vor, zum Einen theoretisch in Form eines kurzweiligen Vortrages über die Geschichte und die Anwendungsgebiete, aber auch praktisch mithilfe ihres beeindruckenden Aromakoffers, der voller Schätze aus der Welt der ätherischen Öle bestückt war. Speziell für die Begleitungen von Menschen am Lebensende hatte Frau Knecht verschiedene bewärte Duftmischungen im Gepäck, welche die Teilnehmer für ihre ehrenamtliche Begleitungen nutzen können, um Symptomen wie Unruhe, Angst, Depressionen und Schlafstörungen entgegenzuwirken.

Wir danken Frau Elisabeth Knecht recht herzlich für den gelungenen Nachmittag, es war sehr schön, wie sie ihre Begeisterung für das Thema "Ätherische Öle" mit uns geteilt hatte.

 

 (v.l.n.r. Elisabeth Knecht, Bärbel Reuter, Romina Beck)

 

2.Spätsommerfest des Vereins (21.09.2019)

 

Zum zweiten Mal trafen sich Mitglieder des Ambulanten Hospizdienstes Elsenztal e.V. zu einem Spätsommerfest am vergangenen Samstag im katholischen Gemeindehaus Wiesenbach.

Eine bunt gemischte Gruppierung hat sich da zusammengetan: Neben sogenannten alten Hasen bzw. Häsinnen gab es auch frisch ausgebildete Hospizhelferinnen, die im direkten Gespräch sich Erfahrungen einholten. Auch Rückblicke auf gelungene Einsätze und Rückkopplungen dankbarer Angehöriger erfüllten die Runde. Keine und keiner musste hungern: Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Partner und die zwei Hospizfachkräfte hatten sowohl für Süßes als auch für Saures gesorgt. Und die Beck-Jungen halfen tatkräftig mit und sorgten auch für die Unterhaltung der Anwesenden.

Alles im Allem war es ein gelungener Nachmittag, wenn auch die Organisationsverantwortlichen sich über mehr Beteiligung gefreut hätten.

 

Sie sieht sich als "Hebamme" für Sterbende (Rhein-Neckar Zeitung 21.11.2020 - Von Karin Katzenberger-Ruf)

 

Meckesheim. Beim Autofahren beten? Für Dorle Haarmann gehört das dazu, wenn sie zu ihrem Einsatzort unterwegs ist. Als Mitglied des Hospizvereins Elsenztal begleitet die gläubige Christin Sterbende auf ihrem letzten Weg. In dreizehn Jahren dürften es ihrer Schätzung nach um die 40 Menschen gewesen sein. Die RNZ traf die engagierte Frau noch vor dem erneuten "Teil-Lockdown", der wiederum dazu führte, dass sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit derzeit nur telefonisch ausüben kann.

Auch das ist für Sterbende und ihre Angehörigen eine große Hilfe, doch Dorle Haarmann hofft, bald wieder Hausbesuche machen zu dürfen. Auf der Autofahrt dorthin betet sie zum Beispiel dafür, am Bett ihrer Patienten die richtigen Worte zu finden. Das hat bisher offenbar immer geholfen. "Ich habe das Gefühl, ein Kanal Gottes zu sein", sagt die 73-Jährige, die ihre geistliche Heimat bei der Evangelischen Freikirche in Hoffenheim gefunden hat.

Ihre Aufgabe als Hospizhelferin vergleicht sie mit der einer Hebamme, denn den Tod betrachtet sie als Übergang in ein neues Leben. Sätze wie "Mein Glaube ist der Sprit, der mich antreibt" wirken aus ihrem Mund wie ein Bekenntnis, aber nicht missionarisch. Sie will Menschen auf dem Sterbebett einfach liebevoll begegnen, sie trösten, ihnen kleinen Wünsche erfüllen. "Das ist so wichtig", weiß sie. Genau, wie in Frieden zu gehen.

Dabei erinnert sie sich gern an einen alten Mann, der den Kontakt zu seinen sieben Kindern verloren hatte. Ihr gelang es, sie ausfindig zu machen, sodass sie sich mit ihrem Vater versöhnen und sich von ihm verabschieden konnten. Sie erzählt aber auch von einer 98-Jährigen, die sie bei einem Besuch "mit ihren alten Äuglein" anschaute und mit ihr am liebsten auf ein Bier in ein Wirtshaus gegangen wäre.

Dorle Haarmann, selbst dreifache Mutter und sechsfache Großmutter, liebt ihren Worten nach alte Menschen ganz besonders. Klar wurde ihr das aber erst nach einem schweren Schlaganfall, den sie im Alter von 42 Jahren erlitt. "Ich war halbseitig gelähmt und konnte nicht mehr sprechen", erinnert sie sich, "ich musste alles neu lernen, hab das geschafft, in dieser Zeit aber auch viel nachgedacht."

Damals beschloss die gelernte Kosmetikerin, sich beruflich neu zu orientieren und absolvierte eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Menschen zu helfen, die vieles nicht mehr selbst tun können, wurde für sie zur Erfüllung. Dennoch ging sie mit 60 Jahren in Rente. Allerdings nicht, ohne sich eine neue Aufgabe zu suchen. Also wurde sie Mitbegründerin des Hospizvereins mit Sitz in ihrem Wohnort Meckesheim.

Als Hospizhelferin hat sie auch schon jüngere Menschen beim Sterben begleitet. Etwa eine 50-jährige Frau, die vor ihrem Tod vom Sterbebett aus noch alles vorbildlich regelte. Das hat ihr das Abschiednehmen offenbar erleichtert. Was anziehen für die letzte Reise? Auch das kann ein Thema sein. Bei einem Herrn, der leidenschaftlicher Tänzer war, sollten es das Country-Hemd und eine schwarze Hose sein. Dorle Haarmann erfüllte ihm den Wunsch. An den Sterbebetten werde übrigens auch "viel gelacht" betont die Hospizhelferin, die ihren ehrenamtlichen Einsatz als sehr bereichernd empfindet.

Sie ist außerdem immer noch in Altersheimen tätig. So verbindet sie den Besuch bei ihrer Mutter meistens mit einer "Aktivierungsstunde", bei der auch andere Bewohnerinnen und Bewohner mitmachen können. "Was gibt es in einem herbstlichen Garten alles zu entdecken?", könnte eine Aufgabenstellung lauten. Dorle Haarmann ist eine gute Beobachterin und schreibt ihre Eindrücke gerne nieder. So war das auch mit dem Garten, den sie bei einem Spaziergang entdeckte. "Ansprache regt einfach die Sinne an, auch bei Demenzkranken", sagt sie.

Von ihren Erfahrungen im Umgang mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase und mit Sterbenden berichtete sie vor einigen Wochen bei einer Informationsveranstaltung des Hospizvereins Elsenztal im Bammentaler Anna-Scherer-Haus. Dort bekundeten gleich mehrere Frauen Interesse an einer Ausbildung zur Hospizhelferin. Anfang November hätten die Wochenendkurse starten sollen, mussten nun aber auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

 Beisitzerin im Vorstand und ehrenamtliche Hospizhelferin: Dorle Haarmann